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Entdeckung

im Praktikum

 

Die Konkurrenz mit großen Betrieben ist enorm. Wenn es um Gehalt oder Karrierechancen geht, haben Handwerksbetriebe oft das Nachsehen. Damit Stellen nicht unbesetzt bleiben, lohnt ein zweiter Blick auf Bewerber, die nicht exakt zum geforderten Profil passen.

 

„Man muss heute alternative Wege gehen, um Fachkräfte zu gewinnen“, sagt Peter Holst-Glöss, Berater von Lüüd Personalberatung am Elbcampus und Mitarbeiter der Stiftung Berufliche Bildung (SBB). Um Betriebe hier bestmöglich zu unterstützen, hat Lüüd die SBB als Partner ins Boot geholt. Insbesondere bei der Vermittlung, Betreuung und Qualifizierung von sogenannten Quereinsteigern ist die Stiftung in der Lage, Brücken zwischen Handwerksbetrieben und Bewerbern zu bauen. „Dafür muss man auch einen guten Blick für alternative Zielgruppen zur Stellenbesetzung haben“, erklärt Holst-Glöss.

Personalentwicklung von Anfang an

Bestes Beispiel ist Frank Berg, der bei der ergoMotix GmbH & Co KG beinahe zufällig innerhalb kürzester Zeit vom Praktikanten zur spezialisierten Fachkraft wurde. Das hochspezialisierte Unternehmen entwickelt elektronische Hilfsmittel für schwerstbehinderte Menschen. Philipp Haselhorst, Inhaber von ergoMotix, beschreibt die Arbeit als sehr individuell und kundenorientiert: „Da benötigt man Menschen mit Verstand, Herz und Empathie für die Sache.“ Doch wo findet man die „Alternativen“? Im Rahmen seiner Ausbildung zum Elektroniker absolvierte Frank Berg ein Praktikum bei ergoMotix und konnte überzeugen. Eine zusätzliche Qualifizierung ermöglichte seine Einstellung. „Personalentwicklung findet im Unternehmen statt, daran müssen sich die Betriebe einfach nur erinnern“, so Holst- Glöss. Dank zahlreicher aktueller Fördermöglichkeiten, wie dem Landesprogramm Handwerk und dem Weiterbildungsbonus, wird Mitarbeiterqualifizierung auch für Handwerksbetriebe wieder machbar. Dieser Meinung ist auch Britta Petersen- Voß, geschäftsführende Gesellschafterin des Handwerksbetriebs Walter Petersen GmbH Stahl- und Metallbau. Ihr war es wichtig, den Bestand des Unternehmens durch eine vorausschauende Personalentwicklung langfristig zu sichern. Über den Weiterbildungsbonus konnte sie Workshops finanzieren, die einen Blick von außen auf das eigene Unternehmen ermöglichen. „Der Förderdschungel bietet noch zahlreiche weitere Hilfsangebote für Handwerks- Lüüd, aber dafür setzt man sich am besten mit dem Betrieb zusammen“, konstatiert Berater Peter Holst-Glöss.