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Alles

aus einer Hand

 

Lüüd ist ein neues Beratungsangebot bei allen Fragen rund ums Personal. Im Interview stellen Projektleiterin Mareile Deterts und Hauptgeschäftsführer Frank Glücklich das Besondere und den umfassenden Ansatz dieses Services vor.

 

Herr Glücklich, die Handwerkskammer ist dabei, mit Lüüd ein umfassendes Beratungs- und Service-Angebot rund um das Thema Personal aufzubauen. Was wird dem Handwerk hier geboten?

Frank Glücklich: Der Grundgedanke ist, dass wir unsere Mitglieder bei einem immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt mit einem professionellen Personalmanagement unterstützen wollen. Angefangen bei der Personalplanung über Rekrutierung und Bindung bis hin zu Entwicklungsfragen bieten wir Handwerksbetrieben Beratung in allen Fragen rund ums Personal an. Entscheidend ist, dass wir mit den Betrieben gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Mareile Deterts: Lüüd ist ein Verbundprojekt zwischen der Handwerkskammer Hamburg, dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter, der IKK classic und der Stiftung Berufliche Bildung.

Was ist das Neue an Lüüd?

Deterts: Durch unseren Verbund bringen wir alle Hamburger für ein professionelles Personalmanagement erforderlichen Kompetenzen an einen Tisch. Das ist fast wörtlich gemeint, denn jeder Projektpartner stellt eine Vollzeitkraft, die bei uns im Elbcampus direkt im Team mitarbeitet.

Glücklich: Der umfassende Ansatz ist: Alles aus einer Hand, passgenau für die Situation des Betriebes. Jeder Betrieb im Handwerk ist anders und deswegen muss auch jede Lösung konkret für den einzelnen Betrieb ermittelt werden. Das Besondere ist: Durch unsere Partner sind alle Experten des Hamburger Arbeitsmarktes in unserem Team vertreten und arbeiten gemeinsam an einer individuellen Lösung für den Betrieb. So kann die betriebliche Situation in ihrer gesamten Breite analysiert und der beste Weg für den Betrieb erarbeitet werden. Das hat, so weit ich es sehe, niemand anders.

Alle Kompetenzen an einem Tisch, das bietet so nur Lüüd für das Handwerk in Hamburg an?

Glücklich: Nicht nur in Hamburg. In dieser Konstellation, ist das wohl bislang bundesweit einmalig. Mit Lüüd unterstützen wir unsere Betriebe im härter werdenden Kampf um das Gewinnen, Entwickeln und Halten von Fachkräften.

Ist professionelles Personalmanagement in der heutigen Marktsituation unverzichtbar, um wettbewerbsfähig zu bleiben?

Deterts: Ja, das ist es. Die Situation am Markt wird sich weiter verschärfen, so dass ein professionelles Personalmanagement für Betriebe in Zukunft sogar existentiell sein wird.

Glücklich: Wir sehen das auf dem Markt heute schon, dass letztendlich, wenn weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen, die großen Unternehmen die Fachkräfte gewinnen. Sie haben ein professionelles Personalmanagement mit entsprechenden Handlungsstrategien und Anreizen. Kleinere Betriebe können das nicht und haben das Nachsehen. Dabei sind sie häufig der attraktivere Arbeitgeber. Sie bieten ihren Mitarbeitern große Gestaltungsräume. und die Beziehungen der Mitarbeiter mit Vorgesetzten sind direkter und häufig besser. Als Kammer sehen wir uns in der Verpflichtung, unsere Betriebe zu unterstützen, damit sie auf Augenhöhe auf dem Markt mithalten können.

Mit was für Fragen kommen Handwerksbetriebe auf Sie zu?

Deterts: Bisher ist es zum größten Teil das Thema Rekrutierung, also die Frage: Wie gewinne ich weitere Mitarbeiter? Wobei auf den zweiten Blick auch andere Themen auf den Tisch kommen. Wir hatten beispielsweise einen Betrieb, der dringend einen Polsterer suchte, da der Hauptpolsterer plötzlich berufsbedingt erkrankte. Wir konnten eine neue Fachkraft finden, aber natürlich wird hier auch Betriebliches Gesundheitsmanagement ein wichtiges Thema werden. Darüber hinaus stellte sich die Frage der Personalplanung. Wie gefährlich ist es für einen Betrieb, seinen Haupterwerbszweck, also in diesem Fall das Polstern, auf eine Person zu konzentrieren? Die Rekrutierung ist das Thema, womit die Betriebe im ersten Schritt auf uns zukommen, aber ich gehe davon aus, dass Themen wie Personalentwicklung und Mitarbeiterbindung ebenfalls wichtige Themen für die Unternehmen sind.

Wie sieht, ganz konkret, eine Beratung bei Ihnen aus?

Deterts: Betriebsinhaber können sich jederzeit an uns wenden, telefonisch oder persönlich im Elbcampus. Darüber hinaus gehen wir direkt in die Betriebe. In der Erstberatung lernen wir den Betrieb kennen, ebenso wie das Unternehmen uns. Wir schauen dabei gemeinsam, wo der Schuh drückt. Gegenseitiges Vertrauen ist entscheidend. Denn nur zusammen kann es gelingen, erfolgreich Lösungen zu erarbeiten. Für die Fachberatung stellen wir speziell für das ermittelte Thema die jeweiligen Experten zusammen. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass ein Betrieb Mitarbeiter sucht, um Rekrutierung geht, würden wir die Kollegin vom Arbeitgeberservice mit an den Tisch holen und gemeinsam mit dem Betrieb einen Handlungsfahrplan erarbeiten.

Wie viel kostet das den Betriebe?

Deterts: Es ist ein gefördertes Projekt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“. Dadurch ist die Beratungsleistung kostenfrei. Weder für die Erstberatung noch für weiterführende Fachberatungen müssen Betriebe Geld in die Hand nehmen. Empfohlene Coachings oder Qualifizierungsmaßnahmen müssen Betriebe selbst finanzieren. Wir beraten aber auch über mögliche Förderprogramme und haben zum Beispiel mit zwei P Plan:Personal einen Experten auf dem Gebiet der Förderung von Qualifizierungen als engen Kooperationspartner.

Ab wann können sich Betriebe an Sie wenden?

Deterts: Ab sofort. Am 5.Juni ist eine große Eröffnungsfeier im Elbcampus geplant.

Was erwartet die Betriebe?

Glücklich: An diesem Tag wollen wir Lüüd der Öffentlichkeit vorstellen. Das Team wird sich im Foyer des ELBCAMPUS präsentieren. Betriebe sind eingeladen, uns auszuprobieren, Fragen zu stellen und sich direkt vor Ort beraten zu lassen, um unser Angebot kennenzulernen. Darüber hinaus wird es eine Pressekonferenz geben, wo wir uns gemeinsam mit Arbeitssenator Detlef Scheele allen interessierten Multiplikatoren vorstellen werden.